Das Fahrzeug, das der MVC Krefeld für dieses Projekt ausgewählt hat, wurde mit Bedacht selektiert.

Während sich andere ein möglichst schlechtes Exemplar zur Restaurierung „an Land ziehen“, wählte der MVC Krefeld einen echten Garagenfund vom Niederrhein.
Bernhard Roosen aus Hamminkeln hatte dieses Exemplar vor über 40 Jahren gekauft und wollte den 220 mit dem Motor aus seinem damals frisch verunfallten 170 D ausstatten. Nachdem er festgestellt hatte, dass diese Teile nicht so einfach kompatibel sind, wanderte der 220 in die hintere Ecke der Garage. Erst im Sommer diesen
Jahres fasste der mittlerweile über 80 jährige Herr
den Entschluss, sich davon zu trennen.
Als er von diesem Jugendprojekt hörte,
war er sofort bereit seine Preisvorstellung
soweit zu reduzieren, dass der MVC
Krefeld dieses Vorhaben endlich
umsetzen konnte.

Für manche Kenner ist dieser 220 W187
fast zu schade zum restaurieren.

„Aber nur von einer gesunden Basis aus
kann ein unerfahrens Team ein perfektes
Ergebnis erzielen“, erläutert Jörg Enger die Wahl.

Und dann handelt es sich um den ersten Wagen des Mercedes-Benz Programms mit modernen Kurzhuber-Motor – der ersten Nachkriegs-Neukonstruktion. Das heißt, dass die Bohrung größer ist als der Kolbenhub und dadurch können höhere Drehzahlen erreicht werden.

Eine entsprechende Fahrdynamik ist das Resultat, das ein Schweizer Fahrzeugprüfer seinerzeit als „Leichtathlet im Smoking“ bezeichnet hatte.
Die 220 W187 Limousine war in ihrem Erscheinungsjahr 1951 in Beschleunigung und Endgeschwindigkeit schließlich besser als ein Porsche aus dem gleichen Jahr.
Der Wagen hat ein sehr modernes, gutmütiges Fahrwerk und ist daher durchaus auch für Fahranfänger geeignet. Selbstverständlich muss man auch hier das Fahren üben, aber der 220 verfügt über ein synchronisiertes Getriebe und mit 80 PS über ausreichend Leistung. Die Bremsen sind schon recht ordentlich dimensioniert. Außerdem bietet die Limousine gemütlich Platz für vier Personen und selbst vollbeladen ist der Grenzbereich selten zu erreichen. All dies in der Verkleidung als biedere Familienkutsche.
Aufgrund seiner Konstruktion mit einem tragenden Rahmen und einer aufgeschraubten Karosserie sind einzelne Bauabschnitte gut zu umreißen und auch für viele ungeübte relativ einfach zu restaurieren. Diese frühen Nachkriegs-Fahrzeuge sind immer mit viel Fleiß und Geschick wieder herstellbar. Während spätere Modelle von Kunststoff und Formteilen dominiert werden, kann man bei diesen Fahrzeugen fast alle Teile mit handwerklichen Mitteln wiederherstelen oder instandsetzen. Also ein perfektes Einsteiger-Fahrzeug mit Fahrspaß und Fun-Charakter.

Dieser Typ 220 W187 erfüllt damit gleich mehrere Anforderungen:

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er fällt genau in das Betreuungsspektrum des MVC

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das Endprodukt wird mit seinen 80 PS auch jüngeren entsprechend Spaß machen

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der Garagenfund war nur 12 Jahre zum Straßenverkehr zugelassen

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bislang wurden noch keinerlei Restaurierungs- und Reparaturversuche unternommen und dadurch ist der Wagen in allen Details authentisch

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er stammt seit seiner Auslieferung vom Niederrhein und hat nur zwei eingetragene Vorbesitzer